193,6 – diese Zahl definiert das neue Baldiso Zenith. Sie steht für den Leistungsbedarf in Watt, der laut Messungen im GST- Windkanal nach dem TOUR-Teststandard bei 45 km/h er- forderlich ist. Damit ist das Baldiso Zenith aktuell wohl das schnellste UCI-konforme Serienrennrad der Welt. Doch das Rad ist noch aus weiteren Gründen besonders: Das Rahmenset wird vollständig von Bike Ahead in Veitshöchheim bei Würzburg produziert.
Zudem wiegt der Rahmen in der Größe M nur 860 Gramm – ein Top-Wert für ein Aero-Modell. Optisch fällt vor allem das Unterrohr auf: Es ist recht flächig konstruiert und im Bereich der Gabelkrone sehr schlank. Zur Flaschenhalter-Aufnahme hin wird es, ähnlich wie ein Tropfen, deutlich voluminöser, verjüngt sich jedoch in Richtung Tretlager wieder etwas.
Auch das Steuerrohr ist recht flächig konstruiert. Generell ist die Verarbeitung des Rahmens extrem hochwertig. Das Raw-Carbon-Finish ist etwa 100 Gramm leichter als ein lackierter Rahmen. Zudem wirkt die Optik des Zenith dadurch sehr „clean“ und edel.
Die goldenen Decals sind jedoch nur aufgeklebt und lösten sich an unserem Testmodell bereits teilweise.
Rahmensteifigkeit & Ausstattung
Top: Für das Zenith gilt bei Baldiso eine lebenslange Garantie und ein Crash-Replacement. Zudem ist der Rahmen vollständig individualisierbar und optional auch in einer Custom-Lackierung erhältlich. Im Testverlauf erwies sich die Rahmensteifigkeit als extrem hoch – vor allem im Bereich des Tretlagers. Dort beträgt die Steifigkeit 73 Newton pro Millimeter – ein Top-Wert. Die Beschleunigungseigenschaften des Zenith sind dadurch sehr gut.
Mitverantwortlich dafür ist auch das geringe Gesamtgewicht von 6,75 Kilogramm in der Rahmengröße M. Angesichts der klaren Aero-Ausrichtung ist dies ein sehr guter Wert. Passend dazu ist auch die Übersetzung der Shimano-Dura-Ace-Di2-Gruppe absolut bergtauglich gewählt: Vorne ist eine 50/34-Kompaktkurbel montiert, hinten eine 11-34-Kassette. Der Fahrkomfort gehört, erwartungsgemäß, nicht zu den ganz großen Stärken des Zenith.
Gewisse Dämpfungseigenschaften weisen etwa die in Deutschland entwickelte und hergestellte CarbonWorks-Sattelstütze und die 28 Millimeter breiten Continental-Grand-Prix-5000-Reifen auf. Im Testverlauf überzeugten diese mit einem geringen Rollwiderstand, einem hohen Kurven-Grip und einem guten Pannenschutz.
Montiert sind die Reifen auf Ennoble-Round-Ride-50-Laufrädern. Diese punkteten mit ihrer hohen Seitensteifigkeit und ihren aerodynamischen Eigenschaften. Trotz ihrer 50 Millimeter hohen Felgen wiegen sie nur 1390 Gramm. Zudem erwiesen sie sich im Test als überraschend wenig seitenwindanfällig. Die Sitzposition fällt, naturgemäß, sehr tief und gestreckt aus. Der Stack-to-Reach-Wert beträgt 1,42. Der Kompromiss aus einer hohen Agilität und einer ausgeprägten Laufruhe ist sehr gut gelungen – wobei letztere das Fahrverhalten etwas dominiert.
Extra-Pluspunkte vergab unser Haupttester für das durchdachte und extrem steife, aber voll langstreckentaugliche Ennoble-Carbon-Pro-Cockpit. Zudem erwies sich der nur 79 Gramm schwere, ungepolsterte CarbonWorks-Ultimate-Vollcarbon-Sattel als überraschend komfortabel.
Text: Frederik Böna
Erschienen in RennRad das Magazin unter der Rubrik „Traumrad des Monats“
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